Autogas-Zapfpistole der Zukunft ist schon im Einsatz

Hochschule des Saarlandes testet den Euronozzle

Saarbrücken (16.08.2012) – Leichter und bequem zu bedienen – das ist die Autogas-Zapfpistole der Zukunft. Sie soll die drei unterschiedlichen Zapfpistolen-Typen ablösen, die zurzeit noch in Europa verwendet werden. Am Institut „Automotive Powertrain“ der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes (HTWdS) ist der „Euronozzle“ genannte Spritspender schon im Einsatz. „Wir wollen der neuen Pistole zum Durchbruch verhelfen“, erläutert Prof. Dr. Thomas Heinze, „es kann doch nicht sein, dass die Autogasfahrer sich mit drei verschiedenen Adaptern behelfen müssen, wenn sie zum Beispiel von Holland nach Italien reisen wollen.“

In den Niederlanden hat die Mündung der Zapfpistole ein Bajonett, in Deutschland ein Schraubgewinde, und südlich der Alpen wird die Dishkupplung verwendet. Entsprechend scheiterte eine Einigung auf eines der bestehenden Systeme. Und weil man gerne am Bestehenden festhält, hat der Euronozzle sich bislang nur in Spanien etabliert. Doch da gibt es nur rund 20 Autogas-Tankstellen.

Nicht zuletzt für solche Länder wurde das Projekt S1000plus vor zwei Jahren gestartet, dessen Ziel eine Reichweite von mehr als 1000 Kilometern ohne Nachtanken allein mit Autogas ist. Auch wenn der Euronozzle direkt nichts zur Erreichung des Projektzieles beitragen kann, so unterstreicht er doch, dass die Saarbrücker Wissenschaftler mit den Professoren Dr. Thomas Heinze und Dr. Harald Altjohann bei der Autogas-Forschung und -Entwicklung bundesweit ganz vorne sind. Im Versuchsfahrzeug Peugeot 5008 ist das Gegenstück zum Euronozzle komfortabel hinter der serienmäßigen Tankklappe verbaut, denn durch den kompletten Verzicht auf einen Benzintank ist hier ausreichend Platz. Um weiterhin an Stationen mit „alten“ Zapfpistolen tanken zu können, kann es herausgeschraubt und durch einen herkömmlichen Adapter ersetzt werden.

Michael Fries, wissenschaftlicher Mitarbeiter bei Automotive Powertrain, ist vom Euronozzle begeistert, seit er vor ein paar Tagen vom Servicemitarbeiter des Projektpartners Westfalen AG (Münster) an der Betriebstankstelle auf dem Hochschulgelände montiert wurde: „Die neue Pistole ist leichter und einfacher zu bedienen. Der Tankvorgang geht außerdem deutlich schneller und ist umweltfreundlicher.“ Fries wünscht sich, dass Mineralölgesellschaften, Autohersteller und Umrüster dem Beispiel der HTWdS folgen, damit es den Euronozzle bald an Tankstellen als Standard gibt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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